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Rückblick

 

Da ich ja diesen Blogg neu starte und nicht jeder schon alles wissen kann, soll dieser erste Eintrag mal ein Crashkurs durch das Leben der Artwoelfin sein, damit man einigermaßen hinterherkommt, wenn man dann andere Einträge liest.

 

Ich bin also im Mai 1987 geboren, also 20 Jahre alt. Ich hab von Kindheit an Neurodermitis und ich hab schon immer ein exzellentes Verhältnis zu Jungs und ein lausiges zu Mädchen gehabt. Meine Famile hat sich früher schlimm Sorgen gemacht, dass ich mich zu ner HardCore Lesbe entwickle, weil ich nur Männerklamotten trug und meine Haare nur kurz mochte. Aber alles halb so wild, mit 15 hab ich dann festgestellt, das man auch wie ne Frau aussehen kann und sich trotzdem nur mit Jungs die Zeit vertreiben kann, wenn einem die Mädels zu tussig sind. Mit 15 hat ich dann meine erste Beziehung, stolze 8 Monate, immerhin. Mit 16 hab ich die Realschule abgeschlossen und hatte keinen Peil was ich vom Leben erwarte. Ich hab dann bei mehreren Firmen gejobbt, unter anderem bei "ArtVoice" woher auch der Name "Artwoelfin" herkommt.... Wunderbare Sache. Meine zweite Beziehung war - reden wir nicht drüber, kurz und langweillig, die nächste währte immerhin wieder 11 Monate, obs was besonderes war, weiß man nicht. Dann komm noch so eine 2 Monatsgeschichte, die nichts halbes und nichts ganzes war. Mit 17 lernte ich Julian kennen, war ewig mit ihm zusammen und wir wohnten auch zusammen, bis er sich dann urplötzlich wieder aus meinem Leben verzogen hat. Ich hab dann meine Ausbildung zur Rettungsassistentin angefangen, Was mir mehr Spaß gemacht hat, als erwartet, und mich auf ne totale Verzweiflungsbeziehung eingelassen, die ich noch bis heute bereue.

 

So viel zu Früher. Dieses Jahr im August hab ich mein Staatsexamen zur Rettungsassistentin gemacht, seit September fahr ich mein Anerkennungsjahr in Gröbenzell. Ich wohne wieder zuhause. Seit einem Monat und 9 Tagen bin ich zum ersten mal seit über nem Jahr wieder in ner glücklichen Beziehung.

 

Soviel zum kleinen Einstieg in meine Welt. Nach und Nach kann man sicher noch mehr Details erahnen und es wird sich ein Bild fügen. Aber für den ersten Überblick soll das genügen.

1 Kommentar 10.11.07 13:30, kommentieren

"wo bist du hergekommen?"

„Und wieso?“ „Und wo hast du eigentlich die ganze Zeit über gesteckt?“,


das sind die Fragen, die mir durch den Kopf streifen während ich auf deiner Brust liege und mit meinen Fingerspitzen die kleinen furchen zwischen deinen Bauchmuskeln nachfahre.

Ich fühle mich wohl, hier mit dir. Sicher. Beschützt. Und überhaupt, ziemlich gut fühle ich mich. Ich glaube, ich kann mich dazu hinreißen lassen, zu sagen, ich bin glücklich. Oh, mein Gott. Ich glaube, ich bin verliebt!

Das ganze Gefühl wird noch intensiver, als du anfängst, mich zwischen den Schulterblättern zu streicheln. Warum ich es so schlimm finde, verliebt zu sein? Tue ich gar nicht. Ich bin nur misstrauisch. „Das ist doch bisher auch nie gut gegangen. Also, warum jetzt?“, flüstert die skeptische kleine Stimme in meinem Kopf. „Warum nicht jetzt?“, raunt mein Glaube an die Liebe zurück.

Ja. Eben. Warum soll ich nicht das Glück haben, dass andere haben? Meine Eltern zum Beispiel. Seit 28 Jahren zusammen, in einem halben Jahr Silberhochzeit. Ohne Beziehungspausen, schwerwiegenden Krach, Trennungen auf Zeit oder Eheberatung. Einfach so. Nur aus Liebe. Was wäre so unmöglich daran?

„Du riechst so gut“, sage ich, ganz leise, mit einer Stimme, mit der ich sonst nie sprechen kann. Diese Stimme klingt so vertraut, aber ich hab sie schon so verdammt lange nicht mehr gehört. Mit wem hätte ich auch so reden sollen? Meiner Katze vielleicht? Es ist diese typische Stimme, die man irgendwie immer nur einem Menschen auf einmal hören lassen kann. Meine Stimme wird hell, und ziemlich weich. Eigentlich ist es eine hübsche Stimme. „Und du fühlst dich gut an.“, antwortest du, und auch deine Stimme ist heute ganz besonders weich. In Kombination mit deinen Fingerspitzen zwischen meinen Schulterblättern stellt es mir sofort die Nackenhaare auf. Ich bekomme eine Gänsehaut, vom Nacken bis zur Hüfte, und ganz leicht zittere ich für einen kurzen Moment. „Frierst du?“, fragst du und ziehst mich näher an dich heran. „Nein“, wispere ich und lasse mich ziehen und kuschle mich an, „alles bestens.“

Deine Nähe macht mich Glücklich. Ich könnte den ganzen Tag so liegen bleiben. Wow. So kenne ich mich überhaupt nicht. Alles scheint zu stimmen. Du bist immer so gut zu mir. Du erträgst meine Macken. Und Überhaupt – du siehst spitze aus. „Was macht dieser Wahnsinnskerl in meinem Bett?“, kommt die kleine skeptische Stimme wieder leise aus meinem Kopf in mein Ohr. Oder umgekehrt? Normalerweise vergraule ich tolle Männer immer. Aber auch eigentlich nicht ganz unabsichtlich. Eigentlich will ich mich nicht binden. Oder doch? Ich bin durcheinander. Eigentlich bist du alles was ich will. Und ich weiß das auch. Was heißt eigentlich? Ich wollte jemandem, bei dem ich mich immer zu Hause fühle. Bei dem ich ankommen kann. Bei dem ich sein will. Jemanden, der mir fehlt. Jemanden, der an mich denkt. Der Herzklopfen kriegt, wenn er an mich denkt. Jemandem, bei dem ich endlich wieder Herzklopfen habe. Und in den letzten einandhalb Jahren habe ich jeden potentiellen Mann nach einer Nacht wieder zum Teufel gejagt – Danke, das genügt, genug Nähe für diese Woche. Im besten Falle wurde eine Affäre daraus. Ohne Bindung, ohne Ernst, ohne Angst, ohne Gefühl – aber auch ohne kribbeln, Glück und Herzklopfen.

Und jetzt bist du da. Aber geht’s dir da genauso wie mir? Ich hab Angst, mich schon wieder zu verrennen, in etwas, das ich ganz anders sehe als du. Ich hab Angst, mir wieder weh zu tun. Du bedeutest mir schon viel zu viel. Verdammt. Ich bin wirklich verliebt. Mehr als das. Mich hat es total erwischt. Oh, Gott, bitte, lass das gut gehen. Ich stelle diese Bitte, ohne ganz genau zu Wissen, was ich erwarte. Ich weiß nur, dass es mir schon so lange nicht mehr so gut ging. Ich höre dein Herz schlagen. Das macht meines noch schneller. Mit jedem Atemzug atme ich deinen Duft ein und doch hab ich das Gefühl, nie genug von diesem Duft zu kriegen. Kannst du der eine sein, der alles Bedeutet? Der alles ist? Und meine Welt aus ihren Angeln hebt? Immerhin hast du bei mir schon einiges auf den Kopf gestellt. Ich will Nähe. Die ganze Zeit. Das ist gar nicht meine Art. Noch nie gewesen. Ich will kuscheln nach dem Sex. Auch nicht meine Art gewesen. Überhaupt, ich bin harmoniesüchtig geworden, nicht streitlustig wie sonst. Ich entdecke neue Seiten an mir, die dich noch aufregender machen – aber meine Angst auch größer. Du ziehst mir den Boden unter den Füßen weg.

„Ich weiß, wir sind noch nicht so lange zusammen. Aber, weißt du – Ich liebe dich!“ flüsterst du.

Und was ich jetzt fühle, kann ich mit keinem Wort der Welt mehr beschreiben.

16.11.07 13:26, kommentieren